Sonntag, 5. Dezember 2010

[Rezension] Die Tochter des Fürsten von Julie Harris

Nach langem habe ich mal wieder einen historischen Roman gelesen. Wenn man ein bestimmtes Genre eine Weile nicht mehr gelesen hat, dann findet man es meist noch besser als zuvor sowieso schon. Ist bei mir zu mindestens so.

Genre: Historisch, Liebe
Verlag:Weltbild
Seiten:526
Preis: 8,95 €










 
Zum Buch: 
Adelina, die Tochter des Fürsten, soll eine lange Familienfehde durch die Heirat mit dem ihr unbekannten Baudoin beilegen. Doch ihr Herz gehört einem anderen, Geoffrey, der mittellos ist und nicht die Erlaubnis hat, sie zu heiraten. Als dann noch der König ihnen ihr Land wegnehmen will, spitzt die Lage sich zu. Doch dann muss Adelina erkennen, dass der wahre Feind innerhalb ihrer eigenen Burg lauert.
 
Erster Satz:
 Wie sehnlich er sich doch wünschte, sein Kopf wäre ganz aus Stein.

Meine Meinung:
Ich habe ein ganz großes Problem mit diesem Buch - und zwar  wegen dem Buchrückentext. Ich weiß ja nicht, welcher Roman dort beschrieben wird, doch es kann nicht der sein, der den ich gelesen habe. Daher ist die Zusammenfassung oben auch von mir selbst geschrieben. Es werden zwar die Namen einiger Charaktere verwendet, doch in einer völlig anderen und falschen Konstellation. Wirklich erschreckend, wie ich finde. So ein Buchrückentext ist schließlich die einzige Inhaltsangabe, die man beim Kauf hat und die sollte dann schon richtig sein.
So, nun zum Inhalt. Wie in jedem historischen Roman sehr viele verschiedene Personen und Handlungsstränge, die mit einander verwoben sind. Die anfängliche Hauptperson Geoffrey wird, zum Glück, nach ein paar Seiten durch Adelina ersetzt, die dann zum größten Teil die Hauptperson ist. Geoffrey ist für einen "Romeo" in einem mittelalterlichen Liebesroman völlig untypisch. Klein und nicht besonders reich und dazu noch eher durchschnittlich im Kampf. Was Geoffrey an Männlichkeit zu wenig hat, hat Adelina zu viel. Natürlich mit einem toleranten Vater aufgewachsen, ist sie selbstbewusst und waffenbegeistert. Sie würde gern Geoffrey heiraten oder aber sich einem Kreuzzug anschließen. Die arrangierte Hochzeit passt ihr gar nicht, obwohl ich ihren Ehemann als ausdrucksstärksten Charakter empfinde. Aber das ist ja leider nur meine Meinung und nicht ihre. Die Handlung hat viele Wendungen, was sie für mich im Mittelteil sehr spannend und nicht vorhersehrbar machte. Der Anfang lässt aber leider viel zu schnell auf das Ende schließen, doch der Weg dort hin ist gut gelungen. Obwohl Adelina für ihrer Zeit als eher untypisch gilt, ist sie in ihrer Unpassendheit doch gut beschrieben und nicht oberflächlich. Geoffrey ist mir persönlich zu langweilig, aber das ist ja eher subjektiv zu sehen.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, wenn er auch teilweise durch ein paar zu detaillierte Beschreibungen belastet wird. Das nun mein Lieblingscharakter Baudoin in der Relation zum Rest des Roman wenig vorkommt, ist Pech für mich, doch beeinflusst die Handlung jetzt nicht durch weniger Spannung oder Ähnliches. Die Charaktere sind ein wenig klischeehaft, sowie auch das Ende des Romans, doch an sich ist die Handlung vielfältig. Von Liebe zu Vergewaltigung, von Selbstmord bis zur Geburt ist alles, was das Mittelalter zu bieten hat, vertreten.
Somit zwar für Leser, die regelmäßig historische Romane lesen, nichts wirklich neues, aber trotzdem gut zu lesen.

Fazit: Nichts außergewöhnliches für das historische Genre, aber spannend und interessant beschrieben.

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